Versacer

Versacer_Bild2_Credit Isis Caroline Pereira de Souza

Versacer

Genau, Grenzen sind da, um sie zu verwischen. VERSACER nimmt das letzte verschwitzte Feinripp-Unterhemd und schrubbt damit über Sprachen, Genres und Luxusmarken, bis alles verschwimmt und fließt. Flow sticht Semantik. Aber wenn’s um was geht, dann um alles. Um das große Ganze, um Jesus (den englischen), um unsere Generation (die mehr kann als Millennial sein), um die Liebe. (Nicht um die drei Tage Tinderflattern, sondern um die Liebe, wegen der entweder alles verdammt weh oder verdammt guttut.) Frontmann Julian singt vom Deutschen ins Englische und wieder zurück, und manchmal reicht auch ein „LaLaLaLa”, es wurde eigentlich auch schon alles gesagt (nur nicht von jedem/jeder). VERSACER darf man aussprechen wie man will. Die drei Jungs und eine Frau drehen alle Regler auf Pop. 80ies Synth, Trap und Love-Harmony. Dabei machen sie es sich nie zu einfach, die Musik ist komplex, durchdacht und Gott sei Dank nie zu Ende gedacht. Mit „ALLEIN ALIVE” sagten die Vier mitten im Lockdown-Frühling 2020 „Hi” zur Popwelt. Ein „Na, was läuft” folgte mit ihrer verspielten Popnummer „Tokyo Drama” und zwei Jahre später probiert VERSACER mit „Freeze“ den 90er Gitarrenrock aus. Das Album ist schon fertig, nur die Welt noch nicht. VERSACER ist nicht Haute-Couture und würde es doch gern sein. Aber der Luxus dieser Welt passt nur den wenigsten. Den Andern bleibt nur der Wille zum Stil. Aber in die Lücke zwischen Luxury und Low-Fi passt VERSACER haargenau.

Foto: Isis Caroline Pereira de Souza

Scroll to Top